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1926 bis 1936

Der Musikzug im Gründungsjahr 1926, ein Gruppenfoto

Der Musikzug im Gründungsjahr 1926

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Velbert bereits einige Musikvereinigungen, deren Mitglieder sich trotz schlechter Zeiten bewogen fühlten ihrer Musik treu zu bleiben. Am 8. Mai 1926 trafen sich 21 Musiker, die sich der Blasmusik verschrieben hatten in der Gaststätte „Wiener Hof“ zu Velbert und gründeten die Feuerwehrkapelle Velbert. Kurze Zeit später gab man in neuen, schneidigen Feuerwehruniformen ein Konzert im „Rheinischen Hof“.

Musikalischer Leiter war in den Jahren 1926-1931 Hans Schelske, der 1931 von Fritz Kappe abgelöst wurde. Vorsitzender im Gründungsjahr war Paul Schlösser, der noch vor Ablauf des ersten Jahres sein Amt an Otto Franke übergab. Geprobt wurde bei Jünsgen Schoppmann, das wir heute als Hotel „Zur Traube“ kennen. Man spielte zu verschiedensten Anlässen, insbesondere für die Feuerwehr und Kriegervereine. Schon nach wenigen Jahren drohte der Feuerwehrkapelle das Ende, denn es wurden ihr das Auftreten in der Öffentlichkeit durch die Reichsmusikkammer verboten. Man spielte nur zu internen Anlässen. Otto Franke war federführend, als man 1935 aus überlebenstaktischen Gründen dem „Kyffhäuserbund“ beitrat. Der „Kyffhäuserbund“ war eine Vereinigung ehemaliger Soldaten und Kriegsteilnehmer, die das Ziel hatte, militärische Traditionen und Kameradschaft zu pflegen. Im Jahre 1938 ging der „Kyffhäuserbund“ in den „Deutschen Reichskriegerbund“ über.

1936 bis 1946

Der Musikzug im Jahr 1938 auf dem Weg zum Reichskriegertag in Kassel

Der Musikzug im Jahr 1938 auf dem Weg zum Reichskriegertag in Kassel

Musikalischer Leiter war nach wie vor Fritz Kappe, Vorsitzender Otto Franke. Man konzertierte gern zu Ostern und Pfingsten im Offerbusch, spielte zu Schützen- oder Reiterfesten in Velbert und Umgebung. In der Vorweihnachtszeit gab es musikalische Darbietungen im „Rheinischen Hof“. Musikalischer Höhepunkt kurz vor Ausbruch des Krieges war ein Konzert mit dem Solo-Trompeter Prof. Franz-Willi Neugebauer aus Köln.

1938 trat die Feuerwehrkapelle, die zu diesem Zeitpunkt auf 35 Mitglieder angewachsen war, 156-mal auf. 1939 nahm man als einzige nicht berufliche Blaskapelle am Reichskriegertag in Kassel teil. Zum Vorbeimarsch der Abordnungen wurde der „Geschwindmarsch“ von Johann Strauß Vater mehr als 20-mal wiederholt. Durch den Ausbruch des Krieges trafen das Orchester harte Schicksalsschläge. Einige Mitglieder wurden sofort gezogen, andere in den nachfolgenden Jahren. Acht Kameraden kamen nicht wieder. Proben und Auftritte wurden so weit als möglich fortgesetzt. Fehlende Kräfte wurden teilweise durch das Polizei-Musikkorps Wuppertal ersetzt. Im September 1945 bestritten etwa zehn Musiker einen der ersten musikalischen Auftritte nach Kriegsende. Man trug Zivil, spielte Märsche, es hörte keiner zu… Zu ersten Festlichkeiten nach Kriegsende, etwa zum Zeitpunkt des 20-jährigen Bestehens, brachte man Lebensmittelkarten, Brennholz, Getränke und Schnaps Marke Eigenbrand mit. Als Festessen gab es Erbsensuppe.

1946 bis 1956

Abschluss-Konzert der Feuerwehrkapellen von Rhein und Ruhr auf dem Rathausplatz in Velbert

Abschluss-Konzert der Feuerwehrkapellen von Rhein und Ruhr auf dem Rathausplatz in Velbert

Musikalischer Leiter war bis 1957 (seit 1931) Fritz Kappe. Beim Vorsitz des Orchesters gab es einen Wechsel. 1946 übernahm Erich Eulenbach von Otto Franke den Vorsitz, 1951-1952 war es Hans Uphoff, 1952-1953 Wilhelm Stinder, bevor 1954 Erich Eulenbach erneut zur Verfügung stand. Geprobt wurde in der Gaststätte „Dieker“, Post-/Ecke Thomasstraße, da die vorherige Unterkunft aufgrund steigender Mitgliederzahl zu klein wurde.

1951 wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert. Auf dem Plakat war zu lesen: Großes Festkonzert - „Kapelle der Städt. Freiwilligen Feuerwehr Velbert“, Leitung Fritz Kappe. Mit allen Angehörigen wurde festlich bei „Thonscheidt“-Bastersteich gefeiert. Durch intensives Heranziehen von Nachwuchs und harte Probenarbeit wurde ein beachtliches musikalisches Niveau erreicht. 1954 nahm man an einem Musikwettstreit in Kerkrade/Holland teil, wo sich etwa 100 Kapellen aus 17 Nationen trafen. In den Jahren 1955-1957 fanden in Velbert drei Musikfeste der Feuerwehrkapellen von Rhein und Ruhr statt. Feuerwehrkapellen aus Recklinghausen, Gladbeck, Essen, Wuppertal, Ennepetal, Bergneustadt, Remscheid und Solingen nahmen teil. Bis zu 200 Musiker versammelten sich nach Einzelkonzerten zum Abschluss auf dem Rathausplatz oder auf dem Sportplatz hinter der Christuskirche.

Stand: September 2008

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